Erinnerungsarbeit in der ErzieherInnnen-Ausbildung

„Im Sinne eines intellektuellen Abenteuers“

Eine Handreichung

zur

Anwendung und Einschätzung

von

Erinnerungsarbeit als Methode in der

ErzieherInnen-Ausbildung

Kann Erinnerungsarbeit in der ErzieherInnen-Ausbildung angewandt werden? Welche Adaptionen sind dabei sinnvoll und der institutionellen Umgebung angemessen? Welches Potential liegt in der Anwendung von Erinnerungsarbeit mit angehenden ErzieherInnen? Mit welchen Schwierigkeiten ist bei der Anwendung von Erinnerungsarbeit in der ErzieherInnen-Ausbildung zu rechnen?

In vier Projekten mit angehenden ErzieherInnen an Fachschulen in Deutschland wurde die Methode Erinnerungsarbeit in verschiedenen Adaptionen angewandt. Diese Projekte dienen als Grundlage für eine umfassende Auswertung zur Anwendung der Methode in der ErzieherInnen-Ausbildung, die ich hier zur weiteren Verwendung öffentlich zugänglich mache. Das Dokument ist hier im pdf-Format zugänglich. Ich stelle es unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-NC-ND zur Verfügung.

Darin findet sich eingangs eine allgemeine Darstellung methodischer Schritte in der Anwendung von Erinnerungsarbeit. Weiterhin wird der Ablauf der vier Projekte beschrieben. Danach folgt eine auswertende Einschätzung. Dabei werden zwölf Aspekte genauer betrachtet:

Die Sinnfrage; Benotungskontext; Einstiegsphase/Vorannahmen; Format/Terminierung/Faktor Zeit; Einführung der Methode/Methodentransparenz; Überforderung/Unterforderung; Textanalyse als zentrales Element; Tiefendimension in Erinnerungsarbeit; Kollektiv/Gruppe/Zusammenarbeit; Leitungsfunktion; Resultate; Themen.

Diese Veröffentlichung zielt darauf, LehrerInnen und Studierenden in der ErzieherInnen-Ausbildung die Anwendung von Erinnerungsarbeit zu erleichtern:

  • als Methode forschenden Lernens

  • als erwachsenengerechte Lernform

  • als Methode, die sich wesentlich um das Aufdecken von Wirklichkeitskonstruktionen dreht

  • als Methode, in der biografische Selbstreflektion mit systematisch und methodisch fundierter Reflektion von Theorie-Praxis-Zusammenhängen einher geht

  • als Methode, die auf der aktiven Mitgestaltung der TeilnehmerInnen aufbaut

  • als Prozess, der an subjektiv bedeutsamen Problemstellungen ansetzt

  • als Gruppenprozess, in dem Metakommunikation bezüglich der gemeinsamen Arbeitsanstrengungen stets notwendiger Bestandteil ist.

Zu den vier Projekten gibt es zudem jeweils einzelne Projektdokumentationen, die der zusammenfassenden Auswertung zugrunde liegen. Diese Berichte sind bewusst umfangreich gestaltet. In ihnen sind Informationen enthalten zum Zustandekommen, zur Planung und zur Durchführung, sowie Auswertungen im Anschluss an die Projekte. Damit möchte ich dazu beitragen, eine Lücke zu schließen, auf die Judith Kaufman et al. (2008) hingewiesen haben: “The audience for and use of memory-work is growing and if the method continues to evolve, we need sufficient detail describing not only the findings, but the ways in which the method is used and how participants experience use of the method.” (Die Anwendung von Erinnerungsarbeit und das Publikum wachsen, und wenn die Methode sich weiter ausbreitet, dann brauchen wir ausreichend detaillierte Beschreibungen nicht nur der Erkenntnisse, sondern auch der Wege, in der die Methode angewandt wird und wie TeilnehmerInnen diese Anwendungen erfahren. RH)

Die Projektberichte sind hier zugänglich.

Sowohl die Materialien als auch die zusammenfassende Auswertung und Einschätzung sind bisher nur in deutscher Sprache erfasst. Eine Übersetzung der Handreichung ins Englische ist angestrebt.