Kollektive Erinnerungsarbeit

Eine Methodenuntersuchung zu Anpassungen, Abwandlungen und Entwicklungen, sowie zum Potential der Kollektiven Erinnerungsarbeit als Lernmethode

Seit Juni 2018 arbeite ich an einer Studie zu den Anpassungen, Abwandlungen und Entwicklungen der Kollektiven Erinnerungsarbeit, sowie deren Potential als Methode in Lernprozessen. Diese Studie ist über das EU-Horizon 2020 Programm als eine Marie Sklodowska-Curie Fellowship gefördert. Die Förderung wurde durch den Irish Research Council im Rahmen der „CAROLINE scheme“ bewilligt.

Institutionell eingebunden bin ich an der Universität Maynooth (Department of Sociology), sowie dem Institut für kritische Theorie (InkriT e.V., Berlin). Die Studie wird unterstützt und begleitet durch Laurence Cox (Maynooth), und Frigga Haug (InkriT e.V.).

Material zur Studie und zur Kollektiven Erinnerungsarbeit allgemein stelle ich über die Zugangsseite zur Verfügung.

Ziele der Studie

Kollektive Erinnerungsarbeit wurde von Frigga Haug und der Gruppe Frauenformen an den Schnittstellen akademischer Forschung, feministischer und marxistischer Theorie, und politischer Praxis entwickelt. Von Anfang an war sie als emanzipatorische Method mit einer bewußt offen gehaltenen Form konzipiert. Über drei Jahrzehnte wurde Kollektive Erinnerungsarbeit erfolgreich angewandt in unterschiedlichen Feldern akademischer Forschung. Dabei wurde die Methode angepaßt an die jeweiligen Ziele der Beteiligten, institutionelle Rahmenbedingungen, organisatorische Notwendigkeiten und methodologische Überlegungen. Trotz der ursprünglichen Wurzeln in sozialer und politischer Bewegung jedoch beschränkt sich der Gebrauch der Kollektiven Erinnerungsarbeit international weitgehend auf den universitären Bereich.

Ein Ziel meiner Studie ist es, Kollektive Erinnerungsarbeit auch außerhalb von Universitäten leichter zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck werde ich die unterschiedlichen Anwendungen und Anpassungen der Kollektiven Erinnerungsarbeit genauer in den Blick nehmen. Dies soll im Dialog geschehen sowohl mit einigen der Begründerinnen der Methode als auch mit Menschen, die wichtige Beiträge zu deren Weiterentwicklung geleistet haben.

Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf den Lernerfahrungen von TeilnehmerInnen in Gruppen, die Kollektive Erinnerungsarbeit anwenden. Dazu werden ausgewählte Adaptionen der Methode durchgeführt, und die Lernerfahrungen der Teilnehmenden dokumentiert und ausgewertet.

Erfahrungsaustausch

Ein wichtiger Aspekt in der Studie ist die Organisation eines möglichst umfassenden Erfahrungsaustauschs zur Kollektiven Erinnerungsarbeit über geografische und disziplinäre Grenzen hinweg.

In dieser Hinsicht bin ich immer daran interessiert, mit Menschen in Kontakt zu treten, die die Methode selber angewandt, oder an Projekten teilgenommen haben, in denen Erinnerungsarbeit angewandt wurde. Daher die Bitte an alle, die einen solchen HIntergrund haben, sich mit mir in Verbindung zu setzen.